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Europäer recyceln immer mehr Glas

Europa hat ein neues Rekordhoch beim Recycling von Glasverpackungen erreicht: 67 Prozent des Altglases wurden nach Angaben der Europäischen Behälterglas Vereinigung FEVE* im Jahr 2009 wiederverwertet. Rund 25 Milliarden Glasflaschen und -behälter fanden den Weg in die Sammelcontainer. Dieses Wachstum bestätigt den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre.

Die neuen Daten zeigen, dass elf Länder nun über 75 Prozent ihres Glases recyceln. Schweden, die Schweiz, Österreich, Belgien und die Niederlande sind die Spitzenreiter. Jedes dieser Länder hat eine herausragende Quote von über 90 Prozent erreicht. Deutschland liegt mit einer Recyclingrate von knapp 81 Prozent erneut über dem EU-Durchschnitt. Diese Statistik verdeutlicht einerseits das steigende Umweltbewusstsein der Verbraucher. Andererseits zeigen sich hier auch die fortlaufenden Bemühungen der Glasindustrie und der europäischen Regierungen, die Sammel- und Recyclingsysteme zu verbessern.

O-I, einer der weltweit führenden Hersteller von Glasbehältern und Mitglied der FEVE, gehört zu den größten Käufern von recyceltem Glas: Das Unternehmen verwendet weltweit fast fünf Millionen Tonnen pro Jahr für die Herstellung neuer Verpackungen. „Die Tatsache, dass die europäischen Recyclingquoten erneut gestiegen sind, ist eine gute Nachricht für die Behälterglasindustrie“, sagt Jose Lorente, Präsident von O-I Europe. „Indem wir die Menge der in der Produktion verwendeten Scherben steigern, können wir den Energieverbrauch senken und noch nachhaltigere Produkte anbieten.“ Für das Einschmelzen von Scherben ist weniger Energie nötig, als bei der Verwendung von Rohstoffen. Jeweils zehn Prozent Recyclingglas senken die CO2-Emissionen um fünf Prozent und den Energieverbrauch um drei Prozent. Außerdem spart die Industrie die zur Gewinnung der Rohstoffe benötigte Energie.

Mit einem einfachen Verfahren recyceln die Hersteller Gläser und Flaschen und produzieren aus ihnen innerhalb von 30 Tagen neue Glasbehälter von gleicher Qualität. Damit ist Glas das einzige Verpackungsmaterial, das einen geschlossenen Recyclingkreislauf „from cradle to cradle“ (cradle = Wiege) ermöglicht. Im Gegensatz dazu können andere Materialien nicht auf gleichem Niveau wiederverwertet, sondern beispielsweise nur für Plastikstühle oder Bekleidung genutzt werden (downcycling).

O-I setzt sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele
Im vergangenen Jahr hat O-I eine Lebenszyklusanalyse (LCA)** für Glas durchgeführt, die das gesamte Leben einer Verpackung untersucht – von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Wiederverwendung oder dem Recycling des Behälters. Die Studie bezog dabei auch öffentlich zugängliche Daten zur Produktion von Aluminium- und PET-Behältern mit ein. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Glas die beste CO2-Bilanz aufweist.

Wenngleich Glas an sich schon ein umweltfreundliches Material ist, konzentriert sich O-I darauf, es in Zukunft noch nachhaltiger zu machen. So hat sich das Unternehmen kürzlich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele gesetzt, die es bis 2017 erreichen will. Unter anderem will O-I den Anteil des in seiner Produktion verwendeten Recyclingglases weltweit auf 60 Prozent steigern. „Wir können bei der Produktion von neuem Glas bis zu 90 Prozent Recyclingscherben verwenden“, sagt Bernd Quitteck, Environmental and Risk Manager, O-I Europe. „Das ist abhängig von der Farbe des produzierten Glases. Um unsere Ziele zu erreichen benötigen wir qualitativ hochwertiges, nach Farben sortiertes Recyclingglas in Europa.“

Die Absicht von O-I, die Menge des verwendeten Recyclingglases zu steigern, unterstützt das Vorhaben der Europäischen Kommission, die EU zu einer „Kreislauf-Wirtschaft“ zu machen. Dabei soll Recycling eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung des Abfalls spielen. Der wiederum soll als wertvoller Rohstoff dienen. In diesem Sinne fordern EU-Richtlinien die Regierungen der Mitgliedsländer dazu auf, die Recyclingraten weiter zu steigern, um den Bedarf an Rohstoffen zu senken, wertvolle Materialien wiederzuverwenden, den Energieverbrauch und insbesondere CO2-Emissionen zu reduzieren.

 


28.03.2011, O-I/mercurio-drinks.de

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